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Der Umbau eines Heimkinos ist immer mit mehr oder weniger großem Aufwand verbunden. Was einem so passieren kann, wenn man sich Hals über Kopf in den Umbau stürzt, davon soll dieser Blog handeln.

 

Tag 1
Die ersten Geräte trudeln ein und der Projektor kommt an die Decke

 

Heute war es endlich soweit, mein SONY VPL-HW50ES und der DENON AVR-3313 sind vom Postboten bei mir abgeliefert worden. ich kann es gar nicht abwarten, endlich in das Projektor / 3D Zeitalter zu schreiten... Hat von der ersten Idee bis heute ja auch nur knapp 2 Jahre gedauert, bis ich mich dazu durchringen konnte.

Eigentlich hätte ich mir letztes Jahr den SONY VPL-HW30ES zulegen wollen, hatte dann aber doch noch auf die IFA gewartet.

Tja, und als ich dann die Teile alle zu mir nach oben gewuchtet hab, kam natürlich das große auspacken... Nett war vom Lieferanten, dass er mir in Überspannungsschutz gleich mit eingepackt hat. Die Deckenhalterung und das 10m HDMI Kabel hatte ich auch bei ihm erstanden. Man, was war die Vorfreude groß, als man Schicht um Schicht "entblätterte".

Die Spannung steigt...

...und steigt...

Tataa.... Da isser ja.... der Hühnerschrecker...

Kalibriert ist er beim Verkäufer auch schon worden. Das ist ja mal fein...

Kalibrierungsblatt

Da soll er hin... Nun dann, erst mal den Schlagbohrer ausgepackt und losgebohrt... OK, um 20:15 etwas gewagt, aber was solls? Der Technik müssen Opfer gebracht werden! Auch von den Nachbarn (kicher)....

Sooo, er hängt! Ja, der Projektor (was hab Ihr denn jetzt gedacht?). Zwar noch ein wenig provisorisch, aber die Kabelkanäle kommen erst später dran. Wenn ich mir damit auch nicht allzu viel Zeit lassen kann, denn man weiß ja: Ein Provisorium hält ewig... und das soll hier ja mal nicht sein.

Zu guter Letzt für den Tag noch den Receiver ausgepackt, und das war auch meine letzte Amtshandlung für heute. Morgen gehts dann mit den Kabelkanälen und vielleicht der Leinwand weiter. Da die LW noch nicht bestellt ist, werd ich mal beim Lieferanten fragen, ob er die am Lager vorrätig hat (ist von mir aus 50km entfernt). Wenn ja, dann kommt morgen erst mal die Leinwand an die Decke, andernfalls beschäftige ich mich mit Kleinkram oder.... Ich düse nach IKEA um mir mein neues TV-Rack zu basteln... aber nun ist erst mal Feierabend.

 

Tag 2
Die Verlegung des (widerspenstigen) HDMI Kabels

 

Heute sollten das HDMI-, sowie das Stromkabel in einem Kabelkanal verschwinden. Natürlich ist das mitgelieferte Stromkabel zu kurz. Aber das kann einen alten Elektroniker ja nicht erschüttern. Also flugs in den Baumarkt (Hornbach, Jippy JaJa Jippi Jipiji Jäh), gefahren und Kabel, Warmgerätestecker, SchuKo-Stecker und 4mm Dübel (ja die gibts!) gekauft und nach Hause gedüst. OK, die Aktion hat leider 1,5h gedauert, weil Hornbach sehr komisch aufgestellt ist (keine Fischer-Dübel, nur ne Marke die ich nicht kenne, und dann auch noch zum Abzählen!?!).
Zuhause gings dann erstmal ans Stromzuleitungskabel-Basteln, was mit dem richtigen Werkzeug aber kein Problem darstellt.
Kabelkanal an die Wand gedübelt (dafür waren die 4mm Dübel) und Kabel eingedrückt (was, wenn man alleine ist, gar nicht SO einfach ist, wenn das Kabel durch das Eigengewicht immer aus dem Kanal ploppt).

Aber der Part war geschafft.


 
So, das sieht doch schon mal nicht schlecht aus...



Aber was ist DAS?

 

Och nö, nun war das 10m Kabel doch um 2m zu kurz!

Tja, man sollte sich nie auf "Ach 10m müssen reichen" Gedanken verlassen...
Nunja, wahrscheinlich werd ich einen HDMI Repeater einbauen und mit dem das Stück verlängern (könnte sogar von Nutzen sein, wenn die Datenraten mit dem 3D steigen).
Nunja, dann werd ich erstmal die Bude auf Vordermann bringen, denn im Moment sieht es hier aus, als hätte ne Bombe eingeschlagen (Tja, wo gehobelt wird...).

Als nächstes muss das Rack her, aber das gestaltet sich schwieriger, als ich dachte. Man ahnt ja nicht, wie Möbeldesigner keine Ahnung von großen Geräten (Verstärkern) haben. Mit anderen Worten: Die Fächer sind meist zu klein, oder haben nicht die ausreichende Tiefe.
Ob da wohl doch ein Selbstbau her muss?
Wir werden sehen...

 

Tag 3
Die Leinwand kommt (fast nicht) an

 

Heute ist sie endlich angekommen, die Mutter aller Leinwände (naja, für mich ist sie es jedenfalls).
Man ahnt ja gar nicht, wie schwer so ein Teil sein kann (Ok, ich wusste, dass sie ca. 35 Kg ohne Verpackung wiegt). Aber noch schwerer wars, das Teil in die Wohnung zu bekommen (immerhin misst die Umverpackung fast 3m). Das hab ich nicht mal mit dem Spediteur hinbekommen. Aber mit Hilfe eines Freundes hats dann richtig geklappt.
 
Da ist sie, die Leinwand, die demnächst an die Decke soll...



Und DA soll sie hin (DAS wird noch spannend werden).

Auch der Rest der Wohnung sieht schon wieder Bewohnbar aus (Naja, fast, denn HINTER mir siehts immer noch wuhlig aus).


Die Vitrine ist an einen anderen Platz gewandert, denn an Ihrem früheren Standort kollidiert sie mit der Leinwand.



Nun muss erstmal die Leinwand an die Decke, aber das kommt heute gewiss nicht mehr dran. Dafür müssen nämlich noch zwei andere Helfer her und mit welchen Befestigungsmitteln die Haltewinkel an die Decke kommen, ist auch noch nicht geklärt. Vorher muss auch noch Strom gelegt werden.

Die Frage nach dem neuen Rack ist leider immer noch unbeantwortet, aber ich denke, auch das wird sich kurzfristig Entscheiden.

Es bleibt alo noch ein wenig (hust) zu tun... 

 

Tag 4
Ein altes TV-Rack ging, ein Low-Board kam

 

Heute hab ich mich meinem neuen AV Rack gewidmet. Es begann mit zwei Holzplatten (2m * 60cm), einer 2m * 20cm, einer 2m * 30 cm, einer Menge Schrauben, L-Winkeln und 4 Chrombeinen.

Aber erst mal musste das alte Rack weichen. Es hat mich fast 15 Jahre lang in meinem Heimkino begleitet, aber nun genügt es den Anforderungen nicht mehr und ist zudem zu hoch (warum wird man später sehen).
Außerdem verbarg es die Kabel nur unzureichend.


 
Auf eine der großen Platten wurde die 2m * 20cm Platte "aufgewinkelt", sowie zwei Tischbeinen aufgeschraubt. Danach wurden in dem hinteren Bereich 6 große Löcher in die Platte gefräst.



Nachdem das alte Rack abgebaut war, wurde das neue Teilstück im Position gebracht. Hier sieht man nun auch die 6 Löcher im hinteren Teil der Platte.



Nun wurden die AV Geräte auf der Platte in Position gebracht...



... und angeschlossen.
Dem Aufmerksamen Beobachter wird aufgefallen sein: So richtig versteckt sind die Kabel nicht... Richtig!


Aber wenn man die ganze Konstruktion an die Wand schiebt, verschwinden schon mal die Steckdosenleisten und das Kabelgewirr auf dem Fußboden.



Vorerst sieht es jetzt erst  einmal so aus.



Wer aufgepasst hat, erinnert sich, dass ich etwas von zwei 2m * 60cm Holzplatten geschrieben habe. Was ist also mit der anderen? und wo ist die Platte, die 30cm hoch ist?
Und wohin soll der Centerspeaker?
Fragen über Fragen.

Das Geheimnis wird in der nächsten Folge gelöst werden.

 

Tag 5
Low-Board fertig und erster Projektor-Test

 

Heute wurde das AV-Rack fertiggestellt. Hierzu wurde die zweite 2m * 60cm Holzplatte mit Beinen und der 2m * 30cm Rückwand aufgewinkelt. Dann wurden in die Rückwand noch Löcher gebohrt, die als Kabeldurchführungen dienen.


 
Nachdem die 2. Konstruktion auf die erste aufgestellt war, alle Kabel durch die Durchführungen gesteckt und an die Geräte angeschlossen worden war, stellten sich Kabeltechnisch schon erste Erfolge ein.

 

Man sieht kaum noch Kabel, damit hat sich die Aktion für mich schon mal gelohnt.
Einige hatten Angemerkt, dass der TV nun nicht mehr zentrisch über dem Rack hängt. Das finde ich persönlich zwar auch schade, ist aber dem Umstand geschuldet, dass die Sitzposition für "normales" Fernsehen eine andere ist, als für den Projektor (da fläz ich mich lieber auf die Couch, als im Sessel zu sitzen).
Sobald die LW unten ist, sollte das Gesamtbild aber wieder passen (allerdings kommt die später, da die Firma vergessen hat, mir die Steuereinheit mitzuschicken).
Ein weiteres Problem Sind die Frontboxen, diese müssen nochmal Tiefer aufgestellt werden, wobei der Versuch, unter Die Boxen Beine zu schrauben deswegen fehlschlug, da die Box bei lauten Geräuschen anfängt zu "wandern"; die Beine sind nicht schwer genug. Einzige möglichkeit: Die Beine mit irgendwas schwerem füllen, Aber da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.
Schade, dass ich auf die Floorstands nun verzichten muss, aber sie sind leider zu hoch (Oder meine Wohnung zu flach, je nachdem :D ).

An dem Testpattern des Projektors kann man sich schon ungefähr vorstellen, wie es später aussehen soll.

Solang nun die LW nicht an der Decke ist, ist erst einmal "Baupause".

 

Tag 6
Die Kabelei verschwindet und das TV wandert in die Mitte

 

Heute ist nur ein Kurzupdate fällig, da es die Firma, die meine Leinwand geliefert hat, es immer noch nicht zustande brachte, mir die Steuereinheit für die Leinwand zu schicken (was für den Kurs der Leinwand doch etwas ärgerlich ist).

Dafür habe ich mich entschieden, den Fernseher nun doch in die Mitte des Racks zu rücken (bzw. die Löcher dafür neu zu bohren... nicht, dass ich dies erst vor zwei Wochen gemacht hatte, aber da war das neue AV Rack ja auch noch kein Thema (Seufz).

Nachdem der TV nun wieder eingehängt und die Kabel  alle wieder angeschlossen waren, siehts nun so aus.



Wie man auch sehen kann, hat das Rack nun auch Aluzierleisten bekommen, die das ganze Teil nochmal etwas "aufpeppen".

Nun sind auch die Kabel verschwunden, die zum TV hin verliefen, mittlerweile hab ich als den "Kampf" gegen mein Kabelgewirr gewonnen... Hat ja auch nur ein paar Jahre gedauert.

Der nächste Schritt ist, die Floorstands um 18 cm einzukürzen, damit die Boxen mit ihrer Oberkannte alle gleichauf sind (und der kommenden Leinwand nicht im Weg sind).

 

Letzter Tag
Leinwand an der Decke & Resümee

 

So, heute ist es also soweit, mein Umbau des Heimkinos ist so gut wie abgeschlossen.
Warum so gut wie?
Nunja, es bleiben noch ein paar "Restpunkte" offen, die noch zu tätigen sind.
Allen Voran wäre da noch die Steuereinheit der Leinwand. Erst hat es über einen Monat gedauert, bis man mir die geschickt hat und dann stellt sich heraus, dass diese nicht funktioniert.
Da kann man nur hoffen, dass die Steuereinheit recht bald neu kommt, damit ich die restlichen Leitungen in einem Kabelkanal verschwinden lassen kann.
So wird die Leinwand vorerst Manuell gefahren, was aber weder im Sinn der Sache ist, noch die Firma in einem positiven Licht darstellt.

Hier ist sie also nun, das letzte fehlende Element in der Kette: Die Leinwand.



Und hier sehen wir sie nun das erste mal "in Action".

Zur Vollständigkeit halber hier auch nochmal der SONY VPL-HW50ES Projektor, und ja: Der Schatten bin ich ;)



Resümee:
Hat sich das ganze nun gelohnt?
Ja, denn nun hab ich echtes Kino-Feeling zu Hause. Allerdings waren natürlich die Umbaumaßnahmen und die Kosten dazu auch nicht von Pappe.
Zum einen musste ich viele Bestandteile der HomeCinema Anlage auswechseln. Da wären dann der AVR und BD Player zu nennen. Beide waren nicht 3D kompatibel.
Zum anderen kamen natürlich die Anschaffungskosten für Projektor, Leinwand und AV-Rack, nebst viel "Kleinmaterial" wie z.B. der HDMI-Repeater, HDMI Kabel oder auch der DVB-C Receiver hinzu.
Auch die Begleiterscheinungen, wie z.B. Lieferanten taten ein Übriges hinzu, dass der Umbau nicht ganz so glatt verlaufen ist, wie es wünschenswert gewesen wär.

Aber jedem Ärger zum Trotz bin ich nun angekommen, in der schönen (wenn auch nicht mehr ganz so neuen) 3D Welt mit meinem Projektor.

Ich hoffe, dass Euch das Verfolgen des "Werdegangs" meines Heimkinos gefallen hat.

Nachtrag:
Die Steuereinheit funktioniert nun.
Das in der Beschreibung der Leinwandfirma die Kabelfarben falsch sind, darauf soll man nun kommen. Aber wenigstens hat sich der Hersteller der Steuereinheit bei mir telefonisch gemeldet und hat die Fragen, die ich noch hatte, nett und kompetent aus dem Weg geräumt.
Nur fürs Protokoll: Der Hersteller der Steuereinheit und der Leinwand sind nicht identisch.